Finanzberater - Keiler oder Partner in Finanzangelegenheiten?
Geschrieben am 3. April 2009 um 13.53 von Raimund Hirzer
Rund 15 000 Vermögensberater (mit einem aufrechten Gewerbeschein für die freie Vermögensberatung) gab es 2008 in Österreich. Dazu kommen noch die Angestellten der Banken, Versicherungen und sonstigen Finanzinstituten. Nicht erfasst sind ebenfalls die Finanzdienstleistungsassistenten. Leider hat Österreich eine Gesetzgebung die bei der Zulassung zur Finanzdienstleistung die Quantität vor die Qualität stellt.
Wie sieht die Finanzberatung oftmals in der Praxis aus. Egal ob durch Werbung, Empfehlung oder die direkte Ansprache von Bank- und selbstständigen Finanzberatern. Die Botschaft ist immer: "Ich habe die besten Lösungen für dein Geldleben und das ganze unverbindlich und kostenlos." Das klingt ja auf den ersten Blick super, denn hier kann der Kunde nur gewinnen.
Ein wesentlicher Punkt der Finanzdienstleistung ist, dass Sie auf Vertrauen aufgebaut ist und die Ergebnisse wird erst die Zukunft weisen. Ein weiterer wesentlicher Punkt ist, dass es dabei immer um das Geld, die Absicherung des Kunden geht. Der dritte wesentliche Punkt ist, dass das Risiko von schlechten Ergebnissen immer zu Lasten des Kunden geht. Aus diesen Gründen ist die Auswahl des richtigen Finanzberaters hundertmal wichtiger als die Auswahl des Beraters im Elektro- oder beim Möbelfachmarkt. Leider wird oft der Berater für die neue Spielkonsole kritischer ausgewählt als der Berater für die Finanzen.
Ein Hauptgrund liegt im System der Finanzdienstleistung. Zum einen werden gute Freunde und Verwandte über Nacht zum Experten in allen Geldangelegenheiten. Ich sage nur Strukturvertriebe. Zum anderen ist der Bank- und Versicherungsberater in erster Linie Verkäufer und sein Ziel - Druck durch die Vorgesetzten - ist Umsatz. Dadurch verkommt ein Aktienfonds zum Mitnahmeprodukt und eine kostenlose Finanzanalyse hat nur den Zweck bestehende Verträge zu kündigen und Neuverträge zu platzieren. Es geht auch gar nicht anders! Denn wovon soll der "Dreibuchstabenberater" seinen finanziellen Verpflichtungen nachkommen. Er muss verkaufen um Provisionen zu erhalten.
Welche Aufgaben hat ein Finanzberater, der diese Profession auch ernst nimmt. Laufende fachliche Weiterbildung, Informationsmanagement (jeden Tag kommen hunderte von neuen Informationen), Unabhängigkeit zu Anbietern und Produkten, Prinzipien erkennen, regelmäßige Informationen und Gespräche mit seinen Kunden, Ehrlichkeit, Offenheit, haufenweise administrative Tätigkeiten und zuhören können. Dies alles und noch mehr soll kostenlos und unverbindlich sein?
Das bedeutet den Finanzdienstleistungsnehmer folgendes:
- professionelle kostenlose Beratung gibt es nicht, hier steht die Verkaufsabsicht im Mittelpunkt
- objektive, wertfreie Beratung gibt es nur gegen Entgelt
- ein angestellter Berater ist seinem Dienstherrn verpflichtet und bei ihm bekomme ich auch nur "Eigenmarken"
Nur die Praxis sieht anders aus. Es gibt ja genug Banken, Versicherungsberater und Finanzdienstleister die mir ihre Dienstleistung kostenlos und unverbindlich anbieten. Wer kommt da schon auf die Idee dafür bezahlen zu müssen!? Muss auch niemand, nur dann muss ich mir auch bewusst sein, dass die Qualität und die Ergebnisse auch dementsprechend sein werden. Denn niemand kommt auf die Idee, dass er einen neuen Maserati zum Preis einen Hyundais kaufen kann.
Zusammenfassend: Ein professioneller, unabhängiger Finanzberater wird eine ganz andere Qualität und Ergebnisse bringen. Aus den ökonomischen und logischen angeführten Gründen wird er auch seinen Preis haben. Die meisten Strukturvertriebler, Einzelunternehmer und viele angestellte Berater beraten kostenlos und hier muss man sich bewusst sein, dass die Informationen dem Verkaufsmotiv angepasst sind.
Einfach und klar; der erste wichtige Schritt zu finanzieller Freiheit ist richtige Wahl des Finanzberaters.
Das klingt für euch nach Eigenwerbung? Klar, wir alle verkaufen uns immer selbst - in diesem Beitrag lasse ich euch an meinen Überzeugungen teilhaben. Meine Vision ist eine Dienstleistung die allen Beteiligten zum Vorteil gereicht - offen, transparent und nachhaltig. Meine Dienstleistung ist offen, transparent, nachhaltig und weicht enorm von der üblichen Finanzdienstleistung ab.
Welche Anforderungen habt ihr an euren Finanzberater? Wie seht ihr diesen Dienstleistungssektor generell?
Kategorie: Finanzen und Vermögen1 Kommentar Kommentar schreiben
Artikel-Zusatz
Ein Kommentar bei "Finanzberater - Keiler oder Partner in Finanzangelegenheiten?"
Peter Baumgartner
19. April 2009, 17:40
Grüß Gott!
Ich finde es eine Frechheit, dass in Österreich Pizzabäcker, Fleischer und Konditoren Finanzprodukte verkaufen dürfen, wenn sie bei einer Firma mit 3 Buchstaben arbeiten. Das kann es ja wohl nicht gewesen sein. Wichtig ist auch, dass die Kunden darauf achten, dass sie nicht über den Tisch gezogen werden, von diesen Abzocker-Partien. Mann geht ja auch nicht zum KFZ-Mechaniker, wenn man eine Wurstsemmel kaufen will!
Danke für den Beitrag und alles Gute!
Peter Baumgartner
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