FARO Service-Card - warum soll ich etwas für die Finanzberatung zahlen?

Geschrieben am 15. April 2009 um 09.32 von Raimund Hirzer

In meinem Artikel über die Wahl des richtigen Finanzberaters ging es bereits unter anderem um die Frage "Was ist eine Finanz- und Versicherungsdienstleistung wert?" Zum einen ist das Geld in der heutigen Zeit ein wesentliches Thema und damit untrennbar verbunden ist die finanzielle Absicherung. Zum anderen ist die Dienstleistung rund um Versicherungen, Spar- und Anlageprodukte, Finanzierungen usw. in Österreich (fast) frei zugängig und durch das Provisionssystem eine unausgewogene und undurchsichtige Angelegenheit.

In allen anderen Bereichen der Dienstleistung, egal ob der Friseur, Rechtsanwalt, Zahnarzt und den noch Tausend anderen, geht der Dienstleistungsnehmer nicht davon aus, dass die Frisur, die Rechtsberatung, die Zahnregulierung usw. gratis ist. Auch die Finanz- und Versicherungsberatung ist nicht gratis sondern wird bei einem Vertragsabschluß, einer Vertragsvermittlung durch eine Provisionszahlung des Produktgebers bezahlt. Genau, nicht der Empfänger der Dienstleistung sondern ein Dritter zahlt diese. Warum soll ab jetzt ausgerechnet ich als Kunde für eine Leistung zahlen die bis dato für mich umsonst war? Und dieses Umsonst war wirklich oft umsonst, im wahrsten Sinn des Wortes.

Meiner Meinung nach kann eine kundenorientierte, kompetente, transparente und gewinnbringende Finanz- und Versicherungsdienstleistung nur dann Realität werden wenn folgende Regeln berücksichtigt werden:
* Kunde und Berater legen von Anfang an fest, was zu welchen Konditionen geliefert wird. So kann der Kunde entscheiden welche Leistungen er in seinen Warenkorb legen will. So kann der Kunde garantiert seine Leistungen beim Berater einfordern. So ist dem Kunden gewährleistet, dass der Berater ohne Umsatz- und Verkaufsdruck seine Leistungen erbringt.
* Flexibilität - der Berater ist stets bemüht den Kunden bestmöglich zu bedienen, da ansonsten die Gefahr besteht, dass der Kunde sein nächstes "Finanz- und Versicherungspickerl" bei einer anderen "Werkstatt" macht. (Jetzt ist ja im Regelfall so, dass der Berater, der den Vertrag vermittelt hat die Provision, zumindest den Großteil erhalten hat und so die Motivation für eine weitere außergewöhnliche Dienstleistung schon geringer wird. Auf der anderen Seite ist es für einen möglichen neuen Berater natürlich wenig motivierend ohne bzw. mit wenig Provision dem Kunden langfristig diesen Vertrag zu servicieren. Das hat dann oft zur Folge, dass bestehende gute Verträge gekündigt und durch neue Verträge ersetzt werden).
* Die Herausforderung für die Produktlieferanten (Versicherungen, Banken, Bausparkassen, Kapitalanlagegesellschaften usw.) wird zur Win-Win Situation für alle Beteiligten. Der Kunde hat den Vorteil die besten (und nicht die mit der höchsten Provision) Verträge samt Bedingungen vermittelt zu erhalten. Der Berater hat den Vorteil für die Qualität seiner Dienstleistung und nicht für die Vermittlung von immer wieder neuen Verträgen bezahlt zu werden. Der Produktlieferant hat die Vorteile von weniger vorzeitigen Stornierungen, besseren Kalkulationen und einem fairen Wettbewerb.

Aus diesen Überlegungen heraus, bieten wir unseren Kunden die FARO Service-Card. Meine Überzeugung ist, dass dies ein erster Schritt in Richtung einer Finanzdienstleistung "zum Wohle aller" ist. Dies erfordert bei allen Beteiligten einen Umdenkungsprozess, bei dem ich die große Chance sehe, dass am Ende eine Win-Win Situation das Ergebnis ist. Natürlich kann weiterhin jeder die Möglichkeit der "kostenlosen" Finanzdienstleistung direkt bei der Bank, den Strukturvertrieblern und allen anderen Anbietern in Anspruch nehmen. Mann und Frau soll sich nur bewusst sein was und wie hoch der Preis für diese Art der Dienstleistung ist.

Jetzt habe ich meine persönliche Sichtweise, so hoffe ich doch, klar und deutlich dargelegt. Nur - wie ist dazu eure Meinung? Wie sieht die optimale Lösung für eure Finanz- und Versicherungsberatung aus?

Kategorie: Finanzen und VermögenKommentar schreiben

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