Ihre beste Versicherung - das Bankinstitut?

Geschrieben am 24. April 2009 um 08.00 von Raimund Hirzer

Als Versicherungsmakler sehe ich es natürlich aus subjektiver Sicht, wenn die Banken stärker in das Versicherungsgeschäft einsteigen. Als Gründe sehe ich zum einen den Kostendruck auf die teuren und teilweise unrentablen Filialen und zum anderen den Einbruch des Bankkerngeschäftes (Finanzierungen und Kapitalveranlagungen) in der aktuellen Finanzkrise.

In einer freien Marktwirtschaft kann natürlich jeder, unter Einhaltung der gesetzlichen und gewerberechtlichen Bestimmungen, in seinem gewählten Geschäfts- und Tätigkeitsfeld aktiv sein. Unterm Strich entscheidet der Kunde bei wem er kauft. Jedoch sollte eben dieser Kunde nicht hinters Licht geführt werden und wirklich offen informiert werden.

Ich befürchte einmal die Unabhängigkeit der Banken beim Versicherungsvertrieb, denn ich kann mir gut vorstellen, dass sie die Produkte jener Gesellschaften fördern, zu denen ein (finanzielles) Naheverhältnis besteht. Ein zweiter wesentlicher Punkt ist die Tatsache, dass Versicherungen ein "Verkäuferprodukt" und kein "Käuferprodukt sind. Das bedeutet, der Bankberater muss aktiv auf die Kunden zugehen und dies entspricht in vielen Fällen nicht seinen ursprünglichen Vorstellungen von der Arbeit bei der Bank. Inwieweit die Kunden am Schalter es für gut heißen, wenn sie bei einer Sparbuchbehebung gleich mit einer Risikoanalyse "beglückt" werden lasse ich auch offen.

Und schlussendlich stelle ich mir einen Bankmitarbeiter bei der Abwicklung von komplexen bzw. von den Versicherungsgesellschaften unzureichend begründeten abgelehnten Schäden vor.
Denn wie steht es auf der Homepage der Versicherungsmakler richtig:
Die österreichischen Versicherungsmakler sehen sich als selbständige, professionelle und unabhängige Experten rund um das Thema Versicherung. Selbständig, weil der Beruf des Versicherungsmaklers nur in Form eines Gewerbes und nicht unselbständig ausgeübt werden kann. Professionell, weil Zugangsvoraussetzung zu diesem Gewerbe eine kommissionelle staatliche Prüfung ist und Weiterbildung für uns eine Selbstverständlichkeit ist. Unabhängig, weil die Versicherungsmakler ohne Auftragsverhältnis zu einem Versicherungsunternehmen die Interessen des Versicherungskunden vertreten.
Der Beruf hat in Österreich seine Wurzeln in den komplexen Versicherungsbedürfnissen großer Unternehmen. 95 % der Industrie und fast 70 % der Gewerbebetriebe haben einen Versicherungsmakler. Auch Konsumenten nutzen seit Jahren die Vorteile, die sich aus der Beauftragung eines Versicherungsmaklers ergeben:
Bester Versicherungsschutz
Günstige Prämien
Professionelle Vertretung im Schadenfall
Das Berufsbild des Versicherungsmaklers ist Teil der österreichischen Rechtsordnung, die Rechte und Pflichten des Versicherungsmaklers sind im § 28 des Maklergesetzes festgeschrieben.

Um abschließend klarzustellen: ich möchte nicht die Banken verteufeln sondern bringe meine kritische Grundhaltung zu dieser Entwicklung da. Denn ich gehe auch nicht ins Fast Food Restaurant wenn ich von einem Dreihaubenkoch bekocht werden möchte. Wie seht ihr diese Entwicklung?

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