Geiz ist geil oder das Gesetz der Wirtschaftlichkeit

Geschrieben am 14. Mai 2009 um 16.56 von Raimund Hirzer

Der erste Teil des Titels wird ja von einem Handelsunternehmen über die Werbung in unser Unterbewusstsein gebrannt. Gemeinsam mit der Schnäppchenjagd und den aktuellen Einsparungsmotiven, hervorgerufen durch die aktuelle wirtschaftliche Lage, geht es in die Richtung "beste Qualität zu billigsten Preisen". Dagegen spricht das Gesetz der Wirtschaftlichkeit, denn dieses lässt es nicht zu dass ein Produkt (auch eine Dienstleistung) mit sehr hohem Qualitätsstandard zu billigen Preisen verkauft wird! Dagegen spricht auch dass nur eine Win-Win Situation es allen Beteiligten erlaubt nachhaltig und umweltverträglich zu produzieren, zu leisten, zu verbrauchen und zu genießen.

Ich betrachte diese Situationen ganz trivial und komme schon zu dem Ergebnis, dass wir ohne angemessene Wertschätzung (in welcher Form auch immer) für die Leistungen anderer nicht nur unmoralisch handeln, nein, wir müssen dann auch akzeptieren unsere Leistung zu einem "Schnäppchen" verkommen zu lassen.

Dieses "Alles ist möglich" und "Nichts ist was wert" Getue hat uns meiner Meinung nach die aktuelle wirtschaftliche Situation beschert. In der Freizeit murren, wenn ich an der Supermarktkasse warten muss ("die soll doch schneller greifen oder sie müssen halt mehr Personal anstellen") und im Job Bonifikationen und hohe Gehälter dafür kassieren, dass ich Personal spare und/oder die Unternehmensressourcen kurzfristig verheize. Alles hat zwei Seiten, und wenn keine Kongruenz zwischen diesen beiden Seiten vorhanden ist, dann kann das System (die Welt in der wir leben) nicht funktionieren. Und diese Erfahrung machen wir JETZT.

Nur haben wir bereits die Reife um die richtigen Schlüsse zu ziehen. Nicht nur die Volksvertreter und Vorstände sind dazu aufgefordert, nachhaltige und langfristige Maßnahme in die Wege zu leiten. Nein, jeder ist dazu aufgefordert. Denn wie sagt ein altes chinesisches Sprichwort:

Wenn jeder im eigenen Haus und vor seiner eigenen Haustüre kehrt, dann ist die ganze Welt sauber!

Wenn ich den Leistungen, den Waren und im speziellen den Menschen die nötige Wertschätzung entgegenbringe dann leiste ich meinen Teil für ein lebenswertes Miteinander. Wie hat der Zukunftsforscher Matthias Horx in einem Interview gesagt:

Die Art und Weise, wie wir unsere Sozialsystem organisieren, wie wir die Kooperation zwischen den Menschen verbessern, ist viel entscheidender als die Tonnage der Güter, die wir produzieren.

Wertschätzung ist geil, denn was anderes lässt das Gesetz der Wirtschaftlichkeit und auch der gesunde Hausverstand nicht zu, oder?

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